Der Dieb des Lichts

  • ein Film von Aktan Arym Kubat (aka Abdykalykov)
  • Spielfilm
  • 80 min.
  • 2010

In Schamaldysay gehen die Lichter aus. Ziegen zerren, Menschen zerren – Ausverkauf einer uralten Kultur auf dem Jahrmarkt der Neuen Zeit. Nur der kindlich helle Blick eines Phantasten und Träumers vermag das Dunkel zu durchdringen und das Licht zu erkennen.

Info
  • Genre

    • Drama
  • Produktions­länder

    • Kirgisien / Deutschland / Frankreich / Niederlande
  • Sprache

    • Kirgisisch (OV)
    • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Weltpremiere

    • 3. September 2010 – 69. Venedig Filmfestival
  • Deutscher Kinostart

    • 14. April 2011
  • eine Produktion von

    • A.S.A.P. Films, Pallas Film, Volya Films, Viss, Oy Art
  • in Koproduktion mit

    • ZDF, Arte
  • mit Unterstützung von

    • MDM-Mitteldeutsche Medienförderung, MBB – Medienboard Berlin-Brandenburg, Fonds Sud Cinéma, World Cinema Fund, Hubert Bals Fund, The Netherlands Film Fund
  • Weltvertrieb

    • The Match Factory
  • Verleih

    • Neue Visionen
Synopsis

Den Hintergrund der Geschichte bildet das schwere Schicksal des kirgisischen Volkes. Alle industriellen Systeme in Kirgisistan waren Teil des ausgedehnten militärischen und industriellen Komplexes der Sowjetunion. Spezialisten kamen aus Russland, um in den Fabriken, Werken und nicht-eisenhaltigen Erzminen zu arbeiten. Die Gebiete wurden strikt nach ökonomischen Gesichtspunkten erschlossen, und die Identitäten der verschiedenen Völkergruppen wurden in den riesigen geopolitischen Raum der Union des sowjetischen Volkes integriert. Aber die Politik der zaristischen Autokratie dehnte die Grenzen des Reiches immer weiter aus.

Mit dem Zusammenbruch der UdSSR brach auch dieses System zusammen. Die Republik erhielt die Unabhängigkeit, nachdem sie sich von dem System getrennt hat, das jeden Versuch der Unabhängigkeit verhindert hatte. Die Republik hat den einzigen Finanzier ihrer Produktion verloren. Die Kolchosen, die das Zentrum mit Fleisch, Baumwolle, Wolle und Tabak beliefert und dazu die Republik mit brennbaren Rohstoffen und Techniken versorgt haben, haben ihren einzigen Kunden verloren. Fabriken, die darauf spezialisiert waren, lediglich Einzelteile für Produkte herzustellen, haben den Grund ihrer Existenz verloren. In einem einzigen Augenblick wurde eine ganze Nation arbeitslos. Eine Massenabwanderung der russisch sprechenden Bevölkerung aus ihrer historischen Heimat begann. Und diejenigen, die geblieben sind, mussten ihren Platz im Leben neu überdenken, das heutzutage als Marktwirtschaft bezeichnet wird.

Im Süden der Republik gibt es eine Arbeiterstadt, die sich in der Nähe einer gigantischen Schöpfung der sowjetischen Industrie befindet — dem hydro-elektrischen Kraftwerk Toktogul. Paradoxerweise hat diese Konstruktion nach dem Zusammenbruch der UdSSR gewonnen. Die kirgisische Republik, ein unabhängiger und souveräner Staat, der über unerschöpfliche Wasservorräte verfügt, wurde eine Geisel des ehemaligen Systems des integralen Managements. Eine ganze Stufenschaltung hydro-elektrischer Kraftwerke am Fluss Naryn wird von einem Schreibtisch aus verwaltet, der in einem anderen unabhängigen und souveränen Staat steht — Usbekistan. Und nach dem Zusammenbruch der UdSSR sollte gemäß dem Gesetz alles, was auf dem Gebiet einer Republik lokalisiert ist, angefangen von einem Nagel bis hin zu Nuklearen Systemen, dieser Republik gehören. All das zieht einen Schwanz unlösbarer ökonomischer und politischer Probleme nach sich.

Der Held dieses Films ist Elektriker, das letzte Glied eines riesigen Energiesystems. Er wird zum Verbindungsglied zwischen den geopolitischen Problemen des post-sowjetischen Raums und der normalen Leute. Und das Leben der normalen Leute hat oft einen unvorhersehbaren Verlauf. Trotz der Tatsache, dass die ökonomische Zerstörung des Landes vor allem die Arbeiter der Industriezweige getroffen hat, haben sie nie aufgehört zu lieben, zu leiden, Freunde zu sein und sich zu freuen …

Unser unverwüstlicher Elektriker, der ein wunderbares und offenes Herz besitzt, bringt den Einwohnern dieser kleinen Stadt nicht nur das elektrische Licht (das oft ausgeht), sondern auch das Licht der Liebe, der Loyalität, des Lebens und vor allem des Lachens. Jeder braucht ihn: diejenigen, die Probleme mit den elektrischen Verkabelung haben, diejenigen, die Probleme mit den ehelichen Beziehungen haben, diejenigen, die in der Stadt die Macht haben, und diejenigen, die vom Leben einfach gelangweilt sind. Er schafft es, jedem zu helfen. Er kann sogar den Zähler einer alten und einsamen Rentnerin zerstören und neu einstellen, so dass nicht sie dem Staat etwas für ihren Energieverbrauch schuldet, sondern im Gegenteil der Staat ihr.

Es ist keine hämische Freude über die Hilflosigkeit der Politiker angesichts der ökonomischen Probleme, es ist eine lebensbejahende Kraft während einer sozialen Umwälzungsphase.

Besetzung
  • Svet-Ake

    • Aktan Arym Kubat
  • Bermet

    • Taalaikan Abazova
  • Bekzat

    • Askat Sulaimanov
  • Esen

    • Asan Amanov
  • Mansur

    • Stanbek Toichubaev
Team
  • Drehbuch

    • Aktan Arym Kubat (aka Abdykalykov), Talip Ibraimov
  • Regie

    • Aktan Arym Kubat (aka Abdykalykov)
  • Produzent:innen

    • Karl Baumgartner, Thanassis Karathanos, Cedomir Kolar, Altynai Koichumanova
  • Kamera

    • Khassan Kydyraliev
  • Schnitt

    • Petar Markovic
  • Szenenbild

    • Talgat Asyrankulov
  • Musik

    • Andre Matthias
  • Ton

    • Bakyt Niyazaliev
  • Kostümdesign

    • Inara Abdieva
  • Make-Up

    • Tolkyn Asylbekova
Festivals
  • Cannes / Directors Fortnight
  • Locarno IFF / Piazza Grande
  • Toronto IFF
  • Haifa IFF
  • Pusan IFF
  • Doha Tribeca FF
  • FF Cottbus
Preise
  • Special Jury Award / Amiens IFF
  • NETPAC Jury Award / Tallinn Black Nights FF
  • Audience Award / FF Cottbus
  • Critic's & Best Actor Award / Kinoshock FF Anapa
  • Grand Prix & FIPRESCI Award / Eurasia FF Almaty

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